Immobilienübertragung bei Scheidung

Übertragung von Immobilien als Zugewinnausgleich

Trennt sich ein verheiratetes Paar, gibt es bezüglich der Vermögensaufteilung viele umfangreiche gesetzliche Regelungen, die einen Interessenausgleich zwischen den Ehepartnern sichern sollen.

Die häufigste Art ist die Barabfindung. Entspricht der Wert einer vorhandenen Immobilie der Höhe des Ausgleichsanspruchs im Zugewinnausgleich, so kann der Anspruch auch durch die Übertragung der Immobilie auf den Ex-Partner beglichen werden.

Es ist also grundsätzlich möglich, das (Mit-)Eigentum an der Immobilie auf den anderen Ehegatten zu übertragen. Hier gilt jedoch vorrangig, drohende steuerliche Nachteile zu vermeiden.streit9

Im Zuge einer Scheidung bieten sich bei Miteigentum drei Gestaltungsmöglickeiten an:

  1. Der Miteigentumsanteil wird auf den Ex-Partner übertragen.
  2. Beide (Ex)-Ehegatten bleiben Miteigentümer. Nur ein Ehegatte hat dann das alleinige Nutzungsrecht und zahlt dementsprechend eine monatliche Nutzungsentschädigung.
  3. Beide (Ex)-Ehegatten bleiben Miteigentümer und die Immobilie wird fremdvermietet.

Ein privates Veräußerungsgeschäft (Spekulationssteuer) wird übrigens bei der Übertragung eines Miteigentumsanteils grundsätzlich nicht angenommen. Es bleiben solche Immobilien bei der Spekulationsbesteuerung außen vor, die zwischen Anschaffung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden Vorjahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.

Es gibt jedoch Ausnahmen. Sprechen Sie uns gerne an und lassen Sie sich fachanwaltlich beraten.

Eine Spekulationsbesteuerung kann im übrigen auch drohen, wenn einer der Ehegatten eine gewisse Zeit allein oder mit seinem neuen Lebenspartner in der Immobilie wohnt und die Miteigentumshälfte erst nach einigen Jahren übertragen wird.

Auch wenn die Immobilie im Alleineigentum von einem der beiden Ehegatten steht, ist unter Umständen eine Scheidungsfolgenvereinbarung sinnvoll, in welcher z. B. festgehalten wird, dass der endgültige Zugewinnausgleich erst in einigen Jahren, nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist, durch die Übertragung der Immobilie erfolgt. Bis dahin könnte der Anspruch gestundet werden.

Ihr Fachanwalt berät Sie gerne. Sprechen Sie uns an. In vorgenannten Konstellationen ist eine fachanwaltliche Beratung unerläßlich.

Grunderwerbsteuer fällt bei der Übertragung von Grundstücken auf Grund von Scheidungen nicht an.

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