Zugewinn und Zugewinnausgleich / Vermögen

Das Wichtigste in Kürze

Vermögensauseinandersetzung durch Zugewinnausgleich – nicht so einfach, wie es manchmal aussieht.

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Die Scheidungsrate in Deutschland hat sich in den letzten Jahren tatsächlich leicht rückläufig entwickelt. Bei einer Gegenüberstellung von Ehescheidungszahl und Einwohneranzahl führte das Bundesland Bremen die Statistik der geschiedenen Ehen im Jahre 2017 an. Im gesamten Bundesgebiet gab es übrigens im Jahre 2017 ungefähr 160.000 Scheidungen.

Im Falle einer Trennung ist es sinnvoll, sich kurzfristig von einem auf das Familienrecht spezialisierten Fachanwalt darüber beraten zu lassen, welche Regelungen im Fall einer Ehescheidung notwendig sind. Den Scheidungsantrag selbst kann der Rechtsanwalt frühestens dann einreichen, wenn seit der Trennung der Eheleute ungefähr 10 Monate vergangen sind. Zu den zu regelnden Scheidungsfolgesachen gehört neben der Hausratsteilung und dem Versorgungsausgleich auch die Vermögensaufteilung.

Zugewinnausgleich als gesetzlicher Regelgüterstand

Grundlage für die Vermögensaufteilung ist der eheliche Güterstand. Haben die Eheleute sich nicht für Gütertrennung oder Gütergemeinschaft entschieden und diese Entscheidung in einem Ehevertrag notariell beurkunden lassen, gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Bei der Auseinandersetzung einer Zugewinngemeinschaft können viele Probleme auftreten. Es ist deshalb notwendig, den Rat eines im Familienrecht erfahrenen Fachanwalts zu suchen.

Das Prinzip der Berechnung von Zugewinn ist relativ einfach. Für jeden Ehepartner werden das Anfangsvermögen am Hochzeitstag und das Endvermögen am Tag der Zustellung des Scheidungsantrags berechnet. Bleibt nach Abzug des Anfangsvermögens vom Endvermögen ein positiver Wert, besteht eine Ausgleichsverpflichtung des anderen Ehegatten.

Hier kann es jedoch bei der Berechnung extreme Probleme geben.
Die ständig voranschreitende Veränderung der Kaufkraft wirkt sich auch auf die Entwicklung der Vermögenswerte eines Ehepaares aus. Um hier zu einer gerechten Verteilung des ehelichen Vermögens zu kommen, wird das Anfangsvermögen mit einer komplizierten Spezialformel auf das Kaufkraftniveau des Endvermögens indiziert.

Ein weiteres Problem ist die Behandlung von Vermögen aus sogenanntem “privilegiertem” Erwerb. Höchstpersönliche Leistungen wie Abfindungen, Unfallrenten, Lottogewinne und ähnliche Zuwendungen unterliegen häufig der Ausgleichspflicht solange der Scheidungsantrag noch nicht offiziell beim Familiengericht eingereicht wurde. Erbschaften sind jedoch kein ausgleichspflichtiger Zugewinn. Ihr Wert wird dem Anfangsvermögen zugerechnet. Zugewinn bezüglich der Erbschaft entsteht erst, wenn der Nachlass eine Wertsteigerung erfährt. Wird ein geerbtes Grundstück zum Bauland erklärt, oder wird es irgendwann bebaut, profitiert der andere Ehegatte von dieser Wertsteigerung beim Zugewinnausgleich.

Zu beachten ist auch, dass Ansprüche aus Zugewinnausgleich innerhalb von 3 Jahren nach Rechtskraft der Scheidung verjähren. Es ist also sinnvoll, bereits sofort nach Trennung und spätestens bei Einleitung eines Scheidungsverfahrens die Auskunft über den Zugewinn zu verlangen, wenn ein Zugewinnausgleich durchgeführt werden soll.

Es ist den Eheleuten jedoch freigestellt, ob sie ein formelles Zugewinnausgleichsverfahren im Rahmen des Scheidungsverfahrens durchführen lassen wollen. Eheleute sollten das auch wegen der Kosten besser außerhalb des Scheidungsverfahrens regeln.

Ihr Fachanwalt für Familienrecht wird versuchen eine “sinnvolle” Trennungs- oder Scheidungsfolgenvereinbarung mit Ihrem Ex-Partner auszuhandeln.

Rufen Sie uns gerne an und vereinbaren einen ersten kostenlosen telefonischen oder persönlichen Besprechungstermin beim Fachanwalt für Familienrecht.

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